Tickets & Konzerte: News über Newcomer-Bands und Club-Shows aus Indie, Alternative, Pop und Rock.
Archiv der Kategorie ‘Heulsusen-Mucke’
Von: kathrin | 16. February. 2010, 5:10 pm
Sophia – tiefsinniger, authentischer Folk-Pop

London – Nein, hinter dem Bandnamen Sophia steckt gar keine Frau, sondern ein Mann. Genauer gesagt der Sänger, Gitarrist und Produzent Robin Proper-Sheppard sowie aktuell drei weitere männliche Bandmitglieder. Lauscht man der Musik seines Bandprojekts, könnte man meinen, er sei ein sehr trauriger Mann, denn die Songs von Sophia handeln von Tod, Depressionen und gescheiterten Beziehungen. So zeigen auch Zeilen wie „Life’s a bitch, and then you die“ in dem Song “If A Change Is Gonna Come”, die wenig optimistische Haltung von Proper-Sheppard. Ja, die Musik von Sophia ist wirklich schwermütig und todtraurig, da gibt es nichts zu beschönigen. Doch irgendwie verhält es sich bei dem Londoner Bandprojekt wie mit einem schlimmen Unfall. Man kann einfach nicht wegsehen – und bei Sophia einfach nicht weghören. Trotz der wahnsinnig melancholischen Folk-Pop-Songs, strahlt die Musik durch die wunderbar arrangierten Gitarren-, Klavier- und Streicher-Sounds eine unglaubliche Stärke und Schönheit aus. Auch in seinem aktuellen Album „There Are No Goodbyes“ hat Robin Proper-Sheppard wieder all seinen Schmerz und Wehmut in bittersüße Tracks verpackt. Was bei anderen Bands leicht in Kitsch abdriftet, bleibt bei Sophia, vor allem durch den sachlichen und nüchternen Gesang von Proper-Sheppard, immer authentisch. Auch live zeigt sich der Londoner sehr intim. So musste er bei einem Auftritt in Köln letztes Jahr, dass Lied „Heartache“ abbrechen, da es für ihn zu schmerzlich war, gerade das zu spielen. Im Mai sind Sophia erneut auf Deutschlandtour und gewähren auch dann sicherlich wieder Einblicke in ihre Seelenwelt…
Kategorien: Alternative, Folk, Heulsusen-Mucke, Indie, Konzert, Pop
Von: kathrin | 7. January. 2010, 4:59 pm
The Pains Of Being Pure At Heart – jugendlich-naiver Indiepop
New York - So wunderbar poetisch wie der Bandname ist auch die Musik der Indiepop-Band aus Amerika. Bei The Pains Of Being Pure At Heart treffen liebliche Melodien auf schrammelnde Gitarren und lärmende Drums. Herrlich unverkopft und unbeschwert zelebriert das Quartett die Leichtigkeit des Teenager-Daseins. Denn in ihren Songs mit Boy/Girl-Gesang geht es um Themen, die man nur zu gut aus Teenager-Zeiten kennt: Schwärmereien, Liebeskummer und viel, viel Herzschmerz. Sänger Kip Berman sagt dazu selbst: „Wir schreiben über unser Leben. Dinge, die wir erleben oder Gefühle, die wir in unserer Teenager-Zeit hatten. Wir wollen gerne die Band sein, die wir mit 17 geliebt hätten.“ (Quelle: Nicorola). Auch musikalisch orientiert sich die Combo an den guten alten Zeiten. So erinnert ihr Sound an New Wave-Bands wie The Smiths, The Cure oder My Bloody Valentine. Das mag wenig innovativ klingen, doch mit ihren eigenen Shogaze- , Dream- und Noise-Pop Einflüssen geben TPOBPAH ihren Songs einen so brillanten Touch, dass sie nie langweilig werden. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum ist voll mit wundervollen, kleinen Hits, wie etwa „Everything With You“ oder „A Teenager In Love“, die bestimmt nicht nur Teenie-Herzen dahinschmelzen lassen. Unbedingt reinhören!
The Pains Of Being Pure At Heart Ticketalarm
Kategorien: Heulsusen-Mucke, Indie, Noise, Pop, Shoegaze
Von: nora | 7. September. 2009, 4:08 pm
Philipp Poisel - Ein Liedermacher singt sich nach oben
Ludwigsburg - Langsames Wachstum hat seine Vorteile: Es geht immer schön bergauf; man lernt, mit dem Ruhm umzugehen; und die Fans der ersten Stunde freuen sich, einen Geheimtipp zu kennen, wessen sie sich (bricht dieser dann zum Mainstream durch) später einmal rühmen können. Philipp Poisel wünscht man den Erfolg auf Volksebene von Herzen, wenngleich man es sich nicht so recht vorstellen mag – zu gefühlvoll und ausgeklügelt sind die Songs des Liedermachers aus Ludwigsburg, zu intim seine Gastspiele. Im Herbst kann man sich erneut von den mitreißenden Live-Qualitäten des von Herbert Grönemeyer entdeckten Musikers überzeugen. Und vielleicht kommt danach der Sprung in die breite Masse für den 26-Jährigen. lg
Kategorien: Heulsusen-Mucke, Konzert, Musik, Singer/Songwriter
Von: Malte | 27. July. 2009, 10:07 am
Johannes Oerding live - Starke Vorstellung
Hamburg - Support-Acts haben es schwer, normalerweise. Aber nicht, wenn sie Johannes Oerding heißen: Der Wahlhamburger setzte vor Ina Müller am Freitag Abend im Stadtpark ein großes Ausrufezeichen.
Oerding kann man kennen: Zum Beispiel von einem wundervollen Gastspiel in der Sendung “Ina’s Nacht” oder als Fan der Soullounge (wo er als Nachfolger von Roger “Schwiegersohn” Cicero einstieg). Er macht deutschsprachigen Pop, nah am Gefühl, textlich nicht immer frei von Klischees (”Für die Welt bist Du irgendjemand, aber für irgendjemand bist Du die Welt!” aua!) aber beseelt von einer Hammer-Soulstimme und überhaupt sehr authentisch und charismatisch. So auch wieder im Stadtpark: Es ist hell, die Leute sind gepisst von kurz zuvor zum Glück endenden Regenschauern, das Bier schmeckt noch nicht richtig und dann steht da so ein schwarzgekleideter Jungspund (und nicht unsere INA!) auf der Bühne. Spielt mit Gefühl seine melancholischen Songs. Und doch brandet von Anfang an Applaus auf, das Publikum hört zu und liegt auf seiner Wellenlänge. Mehr als ein Achtungserfolg auf alle Fälle. Zwei Stunden später holt Ina Johannes Oerding dann nochmal auf die Bühne für die erste Nummer ihres Zugabenblocks. Jetzt ist es deutlich dunkler, der Stadtpark hält den Atem an für das wunderbare Duett “Ich will Dich nicht verlieren”. Aus der Feder Johannes Oerdings, genial begleitet von Ina Müller, der ein junger Mann auf der Bühne sicherlich nicht schadete.
Oerding fräst sich derzeit übrigens zunehmend erfolgreich durch die Untiefen des mittleren deutschen Pop-Markts: Zum großen Wurf reicht es (noch) nicht, aber ein Newcomer ist er auch nicht mehr wirklich. Von hier und mir: Alles Gute, Johannes, wir sehen uns am 19. September im Knust!
Kategorien: Heulsusen-Mucke, Musik, Pop, Singer/Songwriter
Von: nora | 24. July. 2009, 11:04 am
Joshua Radin - Melancholisches Schwelgen im Oktober
Hamburg - Wer auf amerikanische Serien steht, kommt ja nicht drum herum, Joshua Radin zu bemerken. Den Mann, der mit einem Flüstern mehr sagt als andere mit einem Schrei und dessen Worte einige der traurigsten, nachdenklichsten Momente bei „Scrubs“ (Oh Himmel, der notorische Zyniker Dr. Cox zeigt Gefühle, dass es einem die Tränen in die Augen treibt), „Grey’s Anatomy“ und „One Tree Hill“ untermalen. Als „Whisper Rock“ bezeichnet Radin selbst seine Musik und besser kann man es eigentlich nicht beschreiben. Ach was rede ich - hört es euch selber an. Auf CD, als Serienuntermalung und live, passend zur melancholischen Herbststimmung im Oktober in Köln, Hamburg und Berlin.
Kategorien: Folk, Heulsusen-Mucke, Musik
Von: nora | 12. July. 2009, 3:49 pm
Johannes Oerding geht ab September auf Clubtour
Hamburg - Ich sitze gerade am Schreibtisch und aus den Kopfhörern schallt das Album “Erste Wahl” von Johannes Oerding. Schön melancholisch, sehnsüchtig und manchmal ein bisschen kitschig singt mir der Wahlhamburger mit puristischer Akustikgitarrenbegleitung ins Ohr. Großartig umreißt er die Ambivalenzen einer jeden gescheiterten Liebesbeziehung (”Ich will dich nicht verlieren und ich will dich nicht zurück. Hau ab, komm wieder her. Es ist so leicht, es fällt so schwer. Ich will dich nicht verlieren und ich will dich nicht zurück. Ich mach ein Feuer auf dem Eis, das für uns brennt und uns versengt.”). Fühlt sich manchmal ein wenig an wie ein Poesiealben-Hörbuch (”Für die Welt bist du nur irgendjemand, doch für irgendjemand bist du die Welt”), aber vorgetragen von Oerdings sehr schöner, weicher Stimme. Die Pumpe in Kiel, das Knust in Hamburg, der Privatclub in Berlin und sechs weitere Clubs stehen ab September auf dem Tourneeplan. Exakt das Richtige, um in Erinnerungen zu schwelgen und ins Träumen zu geraten. Tickets gibt es natürlich bei Eventim. Sehen wir uns im Knust?
Kategorien: Heulsusen-Mucke, Musik, Singer/Songwriter

